Antje lähdee Pohjois Karjalaan

Mit Antje aus Helsinki kam der Schnee nach Joensuu. Der Schnee hat bei mir auch schon Spuren hinterlassen…langsam wird das Fahrradfahren zum Adrenalinkick, denn das Fall- und Schrammenrisiko steigt von Tag zu Tag:

Aber zum Glück ist uns am WE nix passiert, außer Gutes. Als erstes haben wir zu Mittag traditionell karelische Reispiroggen mit Erbsensuppe gegessen, haben mit warmen Apfel-Beeren-Ingwer-Zimt-Saft einen Waldspaziergang gemacht und sind dann bei mir um die Ecke zu einem alteingesessenen finnischen Ehepaar geradelt, welches seit 60 Jahren verheiratet ist und russisch-orthodoxe Ikonen und Stickarbeiten anfertigt. Mit dabei waren auch Isadora aus Frankreich, die vorher in Freiburg studiert hat und Tereza aus Tschechien. Eine Frau von der Tourist Information im Stadtzentrum ist extra für uns mitgekommen, um die finnischen Erzählungen des Paares zu übersetzen. Normalerweise ist das Hausmuseum im Winter geschlossen, aber es wurde nur für uns geöffnet!

Das finnische Duo war ziemlich fit und hat uns in seinem Holzhaus bei selbstgemachtem Fruchtsaft und Keksen kleine Geschichten zu den Kunstwerken und anderem erzählt.  Zum Beispiel, wie sie sich kennengelernt haben:  Nämlich in einem Bus auf dem Weg zu einem Fusballspiel.  Sie war Zuschauerin und er einer der Spieler 🙂

Danach sind Antje und durch die klirrende Kälte hindurch zu einem warmen Restaurant im Stadtzentrum gefahren und haben uns die Bäuche mit Schokokuchen und -eis vollgeschlagen, bis Giacomo, ein italienischer classmate uns abholte. Nach ein paar Bier und Glöggi (finnischer Glühwein, der nach Hustensaft schmeckt) sind wir in einem Karaoke-Pub versackt, wo für uns alle die Karaoke-Premiere in Joensuu stattfand. Ich bin sehr stolz, dass ich die beiden tatsächlich zum Singen animieren konnte! Mit Antje wurde “Lemon Tree” und mit Giacomo “House of the Rising Sun” zum Besten gegeben. Ich hätte noch ewig weiter dort bleiben können, aber als sich jemand erbrach (keiner von uns 3!), verflüchtigten wir uns glücklicherweise schneller als die aufkommenden Säureschwaden.

Im Muru, einer Bar mit Tanzfläche, dem Ort mit höchsten Dichte blonder Dreadlocks und Rastas haben wir dann wieder Isadora und Tereza mit weiteren Freunden getroffen, Shots versenkt, die kleine Bühne mit aktiver Tanzlust gefüllt und uns von einer Miniaturversion eines sehr anbiedernden, Shots ausgebenden Moby versteckt.

Irgendwann gegen 2 machte das Muru zu und nach dem Getanze dachte ich, der Abend hätte seinen Höhepunkt schon erreicht, aber im Kerubi, einem Studentenclub ging die Party erst richtig los. Der Laden war proppevoll und es schien, dass sich alle Studenten Joensuus an in der samstags-Alternativ-Disko versammelt haben. Einschließlich meines jungen Dozenten (ende 20, aber nicht vergleichbar mit Robert oder Dario aus Dtl;) Wir nickten uns kurz zu, und ich war froh, dass er gerade ging, als wir ankamen. 3 Turntables, gefühlte 400  feiernde Studis und spanische Begrüßungsküsse taten ihr Bestes, sodass wir bis zum Ende des letzten Songs blieben.

Gegen 5 waren wir wieder daheim, verköstigten die restliche Erbsensuppe (super After-Party-&-Anti-Hangover-Food) und fielen in einen solch komatösen Schlaf, dass am nächsten Tag nur noch Zeit für eine katerfreie Campus-Führung und einen Cafe-Besuch Zeit war.

Mit Antje verging die Zeit im Flug – ein sehr gutes Zeichen! Das muss unbedingt wiederholt werden. Ich freu mich schon sehr auf Helsinki und auf alle Finnisch-Fetischisten aus dem alten Sprachkurs 🙂

Zu guter letzt gibt es an dieser Stelle noch einen nordkarelischen Karaoke Ohrwurm, der es mir zum Übel aller Anwesenden an dem WE sehr angetan hat:  “Minä lähden Pohjois Karjalaan = Ich gehe nach Nordkarelien”

 

 

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